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Olga. Das Leben einer mutigen Frau

Olga. Das Leben einer mutigen Frau

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Beschreibung

Mit Entschlossenheit und Idealismus, die sie immer beibehält, verlässt sie 1926 ihr bürgerliches jüdisches Elternhaus, um ihre Arbeit für die KP in Berlin zu intensivieren. In München war sie bereits aufgefallen durch ihren ungewöhnlichen Mut bei der täglichen Organisationsarbeit und Flugblattverteilung, ihr großes Interesse an militärischer Ausbildung und Strategie sowie ihre Belesenheit in marxistisch-leninistischer Theorie. Unter dem Einfluss von Otto Braun, einem sieben Jahre älteren Professor und erfahrenen militanten Kommunisten, mildert sich ihre dogmatische Ablehnung aller Nicht-KommunistInnen und der rauchenden, trinkenden und sich gelegentlich vergnügenden KameradInnen. Durch die gemeinsame politische Arbeit seit 1923 entwickelt sich eine tiefe emotionale Beziehung zwischen den beiden, aber Benario lehnt jeden Gedanken an Heirat (als bürgerliche Institution wirtschaftlicher Abhängigkeit von Frauen) ab. Olga Benario In Berlin-Neukölln wird sie bald zum Star der lokalen Kommunistischen Jugend und demonstriert ihre Zivilcourage in einem Coup, der in den Berliner Zeitungen Schlagzeilen macht: Am 11. April 1928 führt sie den bewaffneten Überfall des Gerichtssaals im Moabiter Gefängnis an und schafft es, den wegen Hochverrats angeklagten Braun zu befreien. Mit falschen Pässen erreichen Braun und Benario ein paar Tage später Moskau. Ihre Beziehung bricht 1931 ab, weil Benario Brauns Eifersuchtsanfälle kleinbürgerlich findet: schließlich widmet sie sich nur noch dem Engagement für die Ideen eines toten Mannes – Lenin. Sie erhält eine intensive Ausbildung in Fremdsprachen sowie im Waffendienst, lernt Reiten in der Roten Armee und bewährt sich mit ihrer Untergrundarbeit auf Reisen nach Westeuropa. Zurück in Moskau wird sie zum Präsidiumsmitglied der Kommunistischen Internationalen Jugend gewählt und zur Pilotin und Fallschirmspringerin ausgebildet. Im Sommer 1934 wird sie vom Direktorium der Kommunistischen Internationale auserwählt, Luís Carlos Prestes – legendärer brasilianischer General einer Revolutionsarmee, die er von 1925 bis 1927 erfolgreich im Kampf gegen die Truppen von Präsident Artur Bernardes anführte – auf seiner Rückreise nach Brasilien als Schutzperson zu begleiten. Getarnt als wohlhabendes portugiesisches Paar in den Flitterwochen fahren die beiden mit dem Schiff nach New York und fliegen von Miami nach Brasilien. Auf der angeblichen Hochzeitsreise verlieben sich Prestes und Benario wirklich. Olga Benario Benario sieht ihre Aufgabe primär im Schutz von Prestes als Anführer der am 27. November 1935 fehlschlagenden Revolution gegen das Militärregime von Vargas. Die Nationale Befreiungsallianz unter Führung der Kommunisten wird in die Illegalität getrieben, viele werden verhaftet und in Kollaboration mit der Gestapo gefoltert. Im Frühjahr 1936 werden auch Benario und Prestes verhaftet. Im Gefängnis stellt sie fest, dass sie schwanger ist, was ihre Haftbedingungen etwas erleichtert. Ihre Hoffnungen, als werdende Mutter und Ehefrau von Prestes der Abschiebung an die Nazis zu entgehen, werden jedoch enttäuscht. Der Polizeichef von Rio de Janeiro verfügt, dass die im siebten Monat Schwangere trotz eines massiven Aufruhrs ihrer Mitgefangenen nach Deutschland ausgeschifft wird. Am 18. Oktober 1936 kommt sie in Hamburg an und wird sofort von der SS nach Berlin ins Gestapo-Hauptquartier gebracht. Im Gefängnis in der Barnimstraße kommt am 27. November ihre Tochter Anita Leocadia zur Welt und darf 14 Monate lang bei ihr bleiben, bis Olgas Schwiegermutter es schafft, zumindest das Kind freizubekommen. Olga Benario Prestes wird ins KZ Lichtenburg, dann ins KZ Ravensbrück gebracht. Sie gibt die Hoffnung nie auf. Im Februar 1942 wird sie in der zu diesen Zwecken von den Nazis extra umgebauten Psychiatrischen Klinik in Bernburg vergast. * Verlag: Volksblatt-Verl. * 1989 * ISBN-13: 9783923243501